14.02.20140

Über Ihre Agentur wird in wenigen Sekunden entschieden

Agenturchefs beschäftigen sich nach unserer Beobachtung viel mit Kunden, die sie gerne gewinnen möchten. Das ist natürlich in Ordnung. Wenn sie auf der anderen Seite genau so viel Augenmerk auf die eigene Marke und auf ihren Wettbewerb legen würden. Klassisches Beispiel: die Agentur-Website. Ein Standardsatz, den wir von Agenturen hören: “Ja, da müssten wir schon längst was machen. Wir werden wohl fürs nächste Jahr einen Relaunch planen.” Wenn man sich vorstellt, dass quasi alle Agentursuchenden, also die begehrten potenziellen Neukunden, erste Informationen immer übers Netz einholen, ist es komplett unverständlich, wie stiefmütterlich dieses “Schaufenster” häufig behandelt wird.

Wir sitzen immer wieder mit Unternehmen am Tisch, um Agenturen zu screenen. Natürlich ist man in diesen Meetings online und die Kandidaten werden an Hand ihrer Internet-Auftritte begutachtet und bewertet. Wenn die Agenturbosse hier einmal dabei sein könnten, um zu erleben, wie in wenigen Sekunden der Daumen hoch oder runter geht – sie wären vermutlich geschockt! Die ersten Bilder und Eindrücke entscheiden. Die Aktualität ist ein wichtiges Kriterium. Die Referenzen sind der Dreh- und Angelpunkt für den Agentur-Sucher. Wir haben mit Unternehmen über ihre Eindrücke und Wahrnehmungen beim Betrachten von Agentur-Websites gesprochen. Die entscheidenden Faktoren lassen sich einfach zusammen fassen:

1. Der Agentur.Auftritt im Netz ist als solcher schon das wichtigste Kriterium. Interessierte Kunden bewerten die Website mit der Einschätzung: “Wenn die den eigenen Auftritt gut können, ist das der erste Beweis für ihre Kompetenz.” Oder anders herum: Wenn sich schon auf den ersten Seiten Enttäuschung breit macht, ist die Sache  so gut wie gelaufen.

2. Der zweite Blick: Wofür steht die Agentur? Was kann sie besonders? In welchem Markt ist sie spezialisiert? Kunden arbeiten nach logischen Kriterien, die sich zunächst einmal an der Markt- bzw. Branchenkompetenz orientieren. Das machen wir alle so. Warum soll es bei Agenturen anders sein? Wenn also ein Unternehmen Medizintechnik in die ganze Welt verkauft, identifiziert es sehr schnell Agenturen, die mit solchen Produkten Erfahrung haben und die auch international Unterstützung bieten können.

3. Die Kunden, Referenzen und die Fallbeispiele der Agentur müssen das Herz der Web-Präsenz sein. Potenzielle Kunden wollen wissen: Für wen arbeiten die? Wie sieht das aus? Passt das zu unserer Aufgabe, zu unserer Branche, zu unserem Markt?

4. Wo finde ich die notwendigen Fakten? Nach den Referenzen kommt es den Kunden auf die Daten an. Wie groß sind die? Wo sitzen die? Seit wann sind sie am Markt? Welche Schwerpunkte haben sie? Wer steckt dahinter? Diese Informationen will man schnell, übersichtlich und komplett sehen.

5. Und schließlich helfen ein paar gute Porträts der Inhaber (Macher, Geschäftsführer) und des Teams, die notwendige Nähe und hoffentlich auch Sympathie zu schaffen.

Sie sehen, es sind nicht so viele Punkte, die am Anfang entscheiden. Und der Anfang ist entscheidend! Denn wenn die Agentur nach den ersten Clicks und Sekunden noch dabei ist, hat sie schon viel geschafft. Der potenzielle Auftraggeber schaut genauer, sucht nach Details und geht schließlich in die Tiefe. Nach unserer Beobachtung ist es dabei nur zweitrangig, wie hübsch die Villa ist, in der Ihr Unternehmen residiert oder wie spaßig die Texte über das eigene Haus sind. Beobachten Sie sich selbst, wenn sie auf Recherche im Netz sind: Sie wollen die Fakten und exakt die Informationen, die für Sie relevant sind. Wer nach Agenturen sucht, hat in der Regel ein klares Anforderungsprofil und möchte seine Fragen beantwortet wissen.

Und schließlich noch ein Tipp: schauen Sie nicht nur nach Ihrem eigenen Internet-Auftritt. Besuchen Sie auch die Seiten Ihrer Konkurrenz. Ihre Kunden machen nämlich genau das. Die haben eine Shortlist (manchmal ist es auch eine zu lange Liste) und sie vergleichen mit wenigen Clicks Ihr Haus und das Ihrer Konkurrenten. Es macht Sinn, sich diese Seiten immer wieder anzuschauen und den Wettbewerb zu studieren. Voraussetzung ist natürlich, dass Sie selbst wissen, wer Ihr Konkurrent ist. Wir sehen hier häufig  Defizite auf Agenturseite. Man weiß es nicht, will es vielleicht nicht wissen und glaubt, es sei zu kompliziert, den Wettbewerb zu definieren. Täuschen Sie sich bitte nicht. Ihre vermeintlichen Neukunden haben keine Hemmungen, Ihr Haus mit anderen in einen Topf zu werfen und zu vergleichen. Ob es Ihnen gefällt oder nicht.